Der Drache am Teufelspfuhl
Festspiel 2014
Seit Anfang des 20. Jahrhunderts wurde in den Festspielen in Bernau die Stadt schon auf verschiedene Weise vor den Hussiten gerettet. Der Kurfürst kam der Stadt zur Hilfe, dann machte Bier mit und ohne Bilsenkraut die Angreifer kampflos/ hilflos müde und sogar leibhaftige Geister haben schon den Böhmen das Herz in die Hose rutschen lassen. In diesem Jahr nehmen wir eine der wenigen zeitgenössischen Urkunden (1441) um die Geschichte vor Bernau wörtlich. Dort heißt es:
...dass die in der Stadt befindlichen Einwohner die Einnahme und der Zerstörung der Stadt als augenscheinlich bevorstehend, stark befürchteten, daher sie durch Gnade des allmächtigen Gottes und die Vermittlung des heiligen Georgs ... von der Gefahr dieser Zerstörung der Stadt durch die Hussiten befreit wurde
In der Rahmenhandlung versuchen wir ein Bild zu zeichnen, wie es im Jahr 1432 in Bernau ausgesehen haben könnte. Hauptakteure sind eine wohlhabende Familie aus Bernau und eine aus Schönfeld kommende und vor den Hussiten fliehende Familie, die bei der Bernauer Familie Unterkunft finden. Im mittleren Teil des Stückes begeben wir uns mit den Töchtern der beiden Familien in eine Fantasiewelt.
Von der mittelalterlichen Mystik inspiriert setzten wir diese behutsam angepasst für unsere Geschichte ein.
Die vier Hauptbilder
Ritter, Tod und Teufel
Die von Dürer geschaffene Allegorie, dürfte vielen von Ihnen bekannt sein. Der Ritter symbolisiert den herannahenden Krieg, der Teufel ist nicht das vollkommen Böse, in der mittelalterlichen Mystik ist er auch der Versucher, der die Menschen auf ihr reines Herz und ihre Standfestigkeit prüft. Der Tod spielt im Mittelalter eine besondere Rolle. Durch verheerende Kriege und Seuchen war der Tod allgegenwärtig und trug nicht einen solchen furchteinflößenden Charakter, wie er heute auf uns wirkt. Für viele einfache Menschen war er sogar die einzige weltliche Gerechtigkeit.
Der Totentanz
Ein beliebtes Bild im Spätmittelalter war der Totentanz. Die bekanntesten Darstellungen befinden sich in Basel und in der Berliner Marienkirche am Alexanderplatz. Der Tod holt alle Stände zu sich, vom Kaiser bis zum Bettelmann. Die Bilder sind vor allem Mahnung an die Mächtigen und Besitzenden, dass alle Macht und Besitz nur geliehen ist.
Die Waldschwestern
Dieses Bild steht für die Naturgötter, der vorchristlichen Zeit. In Sagen und Märchen haben sich diese bis heute erhalten. Sie stehe auch für die Natur, welche sich Zug um Zug an die Bedürfnisse der Menschen unterordnen muss. Sie sind auch eine Verbindung zum Festspiel von 2013 in dem wir die Waldschwestern für die Gründung von Bernau verantwortlich gemacht haben.
Der Drache und der heilige Georg
Der heilige Georg ist einer der bekanntesten Heiligen. Er ist der Schutzpatron der Soldaten und Ritter, nationaler Heiliger von England, Russland und Georgien. Der 23.04. ist im Heiligenkalender dem heiligen Georg gewidmet und genau an diesem Tag soll die Stadt Bernau von der Bedrohung durch die Hussiten erlöst worden sein. Wie dies genau geschehen sein soll, darüber schweigen die Urkunden. Nur Eines ist sicher Überliefert, dass man fest davon Überzeugt war, dass es der heilige Georg war, der entschieden zum Sieg beigetragen hat.
2014 wirken mit:
- Teresa - Tabea Winkler
- Eva - Janka Bensler
- Karl - Silvio Schwartz
- Trulla - Patricia Wons
- Hermann - Mario Klauke
- Elisabeth - Anne-Katrin Klauke
- Johann - Marko Kalita
- Anna - Corinna Hoffman
- Liese - Luise Gartmann
- Ritter – Alexander Scheffter
- Teufel - Gerrit Manke
- Tod - Fabian Kolwe
- Waldschwestern - Svea Schade - Silvia Kolwe - Monika Sasse
- Drachenkopf - Bruno Uhlig
- Georg - Martin Dittrich
- Der Theaterkurs der evangelischen Grundschule
- Let´s Dance aus Wandlitz
- Der Bernauer Drache
- Nachtlychter
- Trivium aus Bernau
- u.v.a.
- Buch - Holger Herzog
- Produktion - Trivium aus Bernau